cover zeitlieder 2 2013 schiefer mund 2013 finger an stirn 2013 schrei nach rechts 2013 sprung 2 2013 hand am hals 1 2013 alle 1 georg tanzt 2013 singt nach links oben 2013 lässig 2013 wundert sich 2013 tauben 2013 fast wie cover 2013 hand nach vorn 2013 nach links hand oben 2013 singt nach rechts unten 2013 hand am bauch nach rechts oben 2013 augen zu 1 2013 hand an hals 2 2013 alle rosen 1 2013 georg rosen
Leiste

Konzertkritik vom 29.09.2012

Konzertkritik vom 29.09.2012


 

Eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort

Georg Clementi brillierte mit seinem „Zeitlieder-Projekt“ im Cultino

 


BAD REICHENHALL – Ein kleines, feines Kulturprojekt hat sich der Salzburger Schauspieler und Sänger Georg Clementi ausgedacht. Es richtet sich an ein Publikum, das sich nicht darum kümmert, was gerade in aller Munde ist, sondern bereit ist, sich auf unbekanntes einzulassen. Die kleine Bühne im Cultino in der Spielbank bot genau den richtigen Rahmen dafür. Der gebürtige Südtiroler hat gemeinsam mit seinen kongenialen Partnern Tom Reif und Sigrid Gerlach-Waltenberger ein wunderschönes Literatur-Musik-Programm zusammengestellt, dessen Basis Artikel bilden, die im renommierten Hamburger Wochenblatt DIE ZEIT erschienen sind.

„Ich bin bekennender ZEIT-Leser“, verriet Georg Clementi zur Begrüßung seiner Gäste. Vor gut zwei Jahren entstand die Idee, die gedruckten Wörter mit musikalischer Begleitung in wohlklingende Worte zu verwandeln. Herausgekommen ist eine liebevolle Hommage an seine Lieblingslektüre in neunzehn Chansons.

Wer denkt nicht sofort an Frankreich, wenn man „Chanson“ hört? Passend dazu gewählt war deshalb auch das Eröffnungsstück des Abends mit dem Titel „Blau wie die Seine“. Gero von Randow ist der Autor des kurzen Artikels „Paris – Slam und Salsa“ über ein kleines Lokal jenseits der Touristenplätze und seinen Wirt Hafed, genannt „der Patron“. Sigrid Gerlach-Waltenberger schrieb die Musik zu dem darüber von Clementi verfassten Text. Mit geschlossenen Augen den Musette-Klängen ihres Akkordeons lauschend, glaubte man sich just in die Hauptstadt des Nachbarlandes verpflanzt. Clementis Poesie berührt ohne jegliche Gefühlsduselei. Selbst Musikliebhaber, denen deutsche gesungene Songtexte gelegentlich zu sentimental oder zu banal erscheinen, durften gespannt darauf sein, was der Konzertverlauf noch mit sich bringen würde.

Abwechslungsreich und flott ging es weiter. Andreas Dresen schrieb im Jahr 2010 einen Bericht über eine gemeinsame Bahnfahrt mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, der die Überschrift „Liebe, Tod und Wetter“ trug. „Ich wollte nur von München nach Berlin mit dir, sechs Stunden über Leipzig mit dem Zug...“ ist eine heitere Schilderung von verschiedensten Ereignissen aus dem Leben von Kohlhaase. So fröhlich hätte es weiter gehen können mit Liedern, die in der französischen Tradition nicht länger als drei Minuten dauern sollten und schon allein deshalb selten langatmig werden. Aber es kam anders, mit „Der Kinderknast von Lesbos“. Als Grundlage diente Georg Clementi ein mit dem Deutschen Reporterpreis 2010 für die beste politische Reportage ausgezeichnetes Dossier von Roland Kirbach gleichen Titels. In erschütternden Versen erzählt Clementi über minderjährige Flüchtlinge, zumeist aus Afghanistan, die von der griechischen Küstenwache aufgegriffen und in einem verwahrlostem Gefängnis zusammengepfercht werden. Das Asylbewerberproblem der Festung Europa, das sich derzeit in den Mittelmeer-Staaten abspielt, mit den Bootsflüchtlingen auf Lampedusa oder – so wie in Kirbachs Reportage - in der Ägäis, ist in diesem bewegenden Vortrag wahrlich eine schwere Kost. Doch der ambitionierte Liedermacher mit der klaren, klangvollen Stimme konnte sie seinen konzentrierten Zuhörern durchaus zumuten und der Applaus war ihm trotz des traurigen Themas sicher.

Jedes der Stücke hätte es verdient, erwähnt zu werden. Die Fantasie von Georg Clementi, der auch als Regisseur arbeitet, scheint keine Grenzen zu kennen. Eines seiner besonders lyrischen Lieder ist „Heimat“. ZEIT-Autorin Iris Radisch schrieb in einer Buchbesprechung über „Blankow oder Das Verlangen nach Heimat“ von der Amsterdamer Journalistin Pauline de Bok. Zu den bilderreichen Worten Clementis, („Endlos das Land, die Arbeit, der Pflug, bekämpfe das Unkraut und lausche dem Zug...“), gelang dem Ausnahmegitarristen Tom Reif – als gebürtiger Reichenhaller, der schon mit Barbara Dennerlein und Hubert von Goisern auf der Bühne stand, hatte er ein „Heimspiel“ – im Zusammenwirken mit Sigrid Gerlach-Waltenberger eine außergewöhnlich feinsinnige, harmonische Begleitung, die für sich Akzente setzte, ohne die Bedeutung der Worte in den Hintergrund zu drängen.

Neben Sigrid, die mit Georg Clementi die meisten Stücke vertonte, leistete auch Tom Reif als Komponist einen erheblichen Beitrag zum Gelingen des Zeitlieder-Projekts. Beim „Lied des Soldaten“, das auf Evelyn Fingers Bericht „Was ist Krieg“ basiert und bei „Sie tun's schon wieder“ (über „Die Vögel“ von Heike Kunert) konnte er sein Talent beweisen.

Viel Poesie und Sprachgefühl steckt in Clementis Text, der sich mit „Die Mörder sind unter uns“ von Ulrich Ladurner auseinandersetzt. Das Chanson erzählt vom charismatischen italienischen Filmemacher und Dichter Pier Paolo Pasolini, den man 1975 am Strand von Ostia ermordet auffand. Sein grausamer Tod wurde bis heute nicht aufgeklärt. Mit Herb Berger, der sich in der hiesigen Jazzszene als Saxofonist und Klarinettist einen Namen machte, hat noch ein weiterer einheimischer Künstler als Komponist mitgewirkt. Er schrieb die einfühlsame Musik zu „Das Meer ist ein Versprechen“.

Mit einer spritzigen Interpretation der sarkastischen Harald-Martenstein-Kolumne „Mir ist alles egal - über Skandale und den Untergang der Welt“ als Zugabe verabschiedeten sich die drei sympathischen Musiker von ihren aufmerksamen Zuhörern. Der lange Applaus des begeisterten Publikums war ihnen sicher.

 

Katharina Stockhammer


 

weitere News

Danke für die Unterstütztung!Danke für die Unterstütztung!
We made it! Unser Crowdfunding-Projekt war erfolgreich.
 
 
Ossy PardellerOssy Pardeller
ab Herbst 2016 an der Gitarre
 
Für neue Tipps von Georg hier klicken!Für neue Tipps von Georg hier klicken!
meldet Euch unten zum Newsletter an
 
Erste Kritik aus der SchweizErste Kritik aus der Schweiz
über unsere Konzerte
 
Zeitlieder auf Bayern 2Zeitlieder auf Bayern 2
in den "radioSpitzen" 9. und 10. Oktober
 
AuszeichnungAuszeichnung
für die Zeitlieder 2 - CD
 
 
Radio Sunshine "Montagstreff"Radio Sunshine "Montagstreff"
Radio-Interwiev mit Georg
 
 
ORF SalzburgORF Salzburg
Manfred Baumann über Zeitlieder 2
 
 
Viel Stimmung in SalzburgViel Stimmung in Salzburg
Zeitliederkonzert beim Winterfest
 
Peter Gnaiger schreibt zweimalPeter Gnaiger schreibt zweimal
über die Zeitlieder in den Salzburger Nachrichten
 
Best of Spielräume 2013Best of Spielräume 2013
Die Zeitlieder sind dabei!
 
Neue AgenturNeue Agentur
Kulturbüro Maria Bruckbauer übernimmt Booking in Deutschland
 
Die Liebe des Herrn ClementiDie Liebe des Herrn Clementi
Heinz Bayer schreibt in den Salzburger Nachrichten
 
EntdeckereiEntdeckerei
Interview mit Georg auf www.entdeckerei.at
 
Stuttgarter NachrichtenStuttgarter Nachrichten
Interview mit Georg in den Stuttgarter Nachrichten
 
Zeitlieder auf Ö1Zeitlieder auf Ö1
"Spielräume" mit Mirjam Jessa
 
Interview im EchoInterview im Echo
Interview mit Georg im Echo
 
HerbstgewitterHerbstgewitter
Wieder ein Zeitlied bei "Herbstgewitter"
 
Portrait von Georg ClementiPortrait von Georg Clementi
im Salzburger Fenster
 
2 Zeitlieder in der Liederbestenliste2 Zeitlieder in der Liederbestenliste
"Das Kopftuch" und "Der Kinderknast von Lespos"
 
Video von unserem AuftrittVideo von unserem Auftritt
beim Chanson & Liedwettbewerb Troubadour in Stuttgart
 
Tom stimmt seine GitarreTom stimmt seine Gitarre
beim Zeitlieder-Konzert in Salzburg
 
Die CD ist daDie CD ist da
ab sofort zu bestellen!
 
 
Zeitlieder wieder erfolgreichZeitlieder wieder erfolgreich
2. Preis beim Potsdamer Chansonfestival
 
Konzertkritik vom 29.09.2012Konzertkritik vom 29.09.2012
Über unser Konzert in Bad Reichenhall
 
GewinnspielGewinnspiel
Fotos schicken und CDs oder Eintrittskarten gewinnen