cover zeitlieder 2 2013 schiefer mund 2013 finger an stirn 2013 schrei nach rechts 2013 sprung 2 2013 hand am hals 1 2013 alle 1 georg tanzt 2013 singt nach links oben 2013 lässig 2013 wundert sich 2013 tauben 2013 fast wie cover 2013 hand nach vorn 2013 nach links hand oben 2013 singt nach rechts unten 2013 hand am bauch nach rechts oben 2013 augen zu 1 2013 hand an hals 2 2013 alle rosen 1 2013 georg rosen
Leiste
  • Bild machen
  • Song hören
  • Text lesen
  • Zeit-Artikel
  • Video schauen

Das Meer ist ein Versprechen

Text: Georg Clementi nach Die Mörder sind unter uns von Ulrich Ladurner, DIE ZEIT Nr. 32 vom 05.08.10
Musik: Herb Berger

zitronenEin Lied über Pier Paolo Pasolini, dem italienischen Romancier, Filmemacher und Dichter. Er war ein großer Freigeist, offen homosexuell, ein linker Intellektueller, der weder die Rechten von der Democrazia Christiana, noch die Linken (damals gab es in Italien noch eine starke kommunistische Partei) je verschont hat.

Pasolini stand immer auf der Seite der Schwachen und er hatte viele Feinde. Er hat investigative Texte geschrieben, hat sich mit italienischen Energiekonzernen genauso angelegt, wie mit der Mafia und ist trotzdem furchtlos durchs Leben gegangen. Er war ein Lebemann und er liebte das Meer.
1975 wurde er am Strand von Ostia ermordet aufgefunden. Ein junger Stricher, wurde der Tat beschuldigt und hat eine jahrelange Haft abgebüßt, ehe er sein Geständnis zurücknahm und angab, Unbekannte hätten Pasolini getötet und ihm gedroht, mit seiner Familie ähnlich zu verfahren, wenn er die Wahrheit sagen wüde.
Bis heute weiß man nicht, wer die Mörder sind und ob der Geheimdienst hinter der Tat steckte und es gibt anscheinend auch nicht viel Interesse von Seiten des italienischen Staates diesen Mord aufzudecken.
Die Musik zu unserem Lied hat Herb Berger geschrieben. Besuchen Sie auch seine Seite unter www.herbberger.com.

Das Meer ist ein Versprechen

Er konnte es nicht wissen,
Dass er dort sterben wird
Dass er den kleinen Stricher
Zum letzten Mal begehrt.

Der in der alten Stadt
In die Giulietta steigt
Und sich am Lungomare
Zu ihm hinüberbeugt.

Er konnte es nicht ahnen
Auf seiner letzten Fahrt.
Links schrieb er harte Worte,
Doch seine Hand war zart.

Es geht ja auch um Liebe
Die wohl des Fleisches ist
Wenn man am Idroscalo
Den Tod ganz kurz vergisst.

Das Meer ist ein Versprechen,
Bis tief hinein ins Land.
Drum gibt es einen Glauben
Bei jeder Fahrt zum Strand,
Dass dort was auf uns wartet,
Das besser ist als das,
Was wir hinter uns lassen.
Vielleicht ist es nur das.

Wer hat dich totgeschlagen?
Warum hat er’s getan?
Man sagt es waren drei,
Man sagt es war ein Plan.

Was hatten sie zu fürchten?
Wovon hast Du gewusst?
Wie grausam kann das Meer sein,
Dass du dort sterben musst?

Wie kalt  kann dieses Land sein,
Wo die Zitronen blühn.
Verführerisch, beklemmend,
Wie dunkel die Stadt Rom.

Und mitten drin Pier Paolo
Der schreibend sich verzehrt
La vita violenta
Die Mörder provoziert

An heißen Sommertagen
Da tröstet uns das Meer.
Im windgepeitschten Winter
Da fällt es uns nicht schwer,
Durch seine Macht zu spüren,
Wie klein wir alle sind.
Viel kleiner als der Regen,
Die Wellen und der Wind.

Das Meer ist ein Versprechen,
Bis tief hinein ins Land.
Drum gibt es einen Glauben
Bei jeder Fahrt zum Strand,
Dass dort was auf uns wartet,
Das besser ist als das,
Was wir hinter uns lassen.
Vielleicht ist es nur das.

An seinem letzten Tage
Da tröstet ihn das Meer.
Dem Tode gegenüber
Da fiel es ihm nicht schwer,
Durch seine Macht zu spüren,
Wie klein ein Mensch doch ist.
Viel kleiner als der Regen,
Der weint und nie vergisst.