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Heimat

Text: Georg Clementi nach Landeinsamkeit von Iris Radisch, DIE ZEIT Nr. 19 vom 06.05.10
Musik: Sigrid Gerlach-Waltenberger

heimat


Radisch hat Pauline de Boks Buch „Blankow oder Das Verlangen nach Heimat“ besprochen. Sie hat uns damit zu einem unserer schönsten Lieder inspiriert.

 

 

 

Heimat

Endlos das Land, die Arbeit, der Pflug,
Bekämpfe das Unkraut und lausche dem Zug,
Der pfeift so schnell vorbei und am Geleis liegen Scherben
Werde Kinder großziehen und dann werde ich sterben
Wie viele haben das schon vor mir gemacht?
Wie viele wurden schon ausgelacht?
Im Verlangen nach Heimat, die es nicht gibt,
Und der Nachbarshund ist in die Katze verliebt.

Ich war schon immer hier und ich komme nicht an.
Nur am Heuboden oben, dann und wann,
In der Einsamkeit eines Augenblicks
Sehe ich Heimat, Heimat
Das Rapsfeld, ein Silo, der Schotterweg
Ein Maschendrahtzaun, der Kompost und der Flieder
Da ist Heimat, einen Augenblick lang
Nur ein kurzer Moment und das war `s auch schon wieder.

Eine Frau, ein Hund, ein verfallenes Gut,
Ein Ballen aus Stroh, das Gewitter, der Hut.
Ein Dorf, ein Hof, eine Transitstation,
Eine Antiidylle blau und monoton.
Wie viele hat all das kaputt gemacht?
Wie viele wurden schon ausgelacht?
I
m Verlangen nach Heimat, die es nicht gibt,
Denn der Nachbarshund ist in die Katze verliebt.

Ich war schon immer hier und ich komme nicht an.
Nur am Heuboden oben, dann und wann,
I
n der Einsamkeit eines Augenblicks
Sehe ich Heimat, Heimat
Kein Kostümfilm mit Häubchen, keine Schnürstiefel nicht
Nur der endlose Raps, nur der blühende Flieder
Da ist Heimat, einen Augenblick lang
Nur ein kurzer Moment und das war `s auch schon wieder.

Endlos das Land, die Arbeit, der Pflug,
Bekämpfe das Unkraut und lausche dem Zug,
Der pfeift so schnell vorbei und am Geleis liegen Scherben
Werde Kinder großziehen und dann werde ich sterben
Wie viele haben das schon vor mir gemacht?
Wie viel Hunde wurden schon ausgelacht?
Im Verlangen nach Heimat, die es nicht gibt,
Denn die Katze ist wahrscheinlich in die Maus...